
Vor allem die ländliche Bevölkerung in Madagaskar leidet immer wieder an Hunger und viele sind hoch verschuldet. Um sie aus der Schuldenspirale zu befreien, werden mit Unterstützung von Fastenopfer Reisbanken aufgebaut. Drei Pfarreien im Kanton Basel-Stadt sammeln für dieses Projekt.
Eigene Reisbank als Ausweg aus der Schuldenspirale
Die chronische Verschuldung der Bevölkerung ist ein grosses Problem. Laut Gion Cabalzar, Programmbegleiter des Fastenopfers in Madagaskar, stecken bis zu 70 Prozent der Familien in der Schuldenfalle. Nahrungsknappheit nach der Trockenzeit, der Beginn des neuen Schuljahres ihrer Kinder oder ein Todesfall in der Familie treiben die Menschen in die Arme von Geldverleihern. Sie leihen sich Geld oder Reis zu horrenden Zinsen aus – ein Zinssatz bis zu 100 Prozent im Monat ist keine Seltenheit. «Wenn die Bauern den Kredit nicht zurückzahlen können, verlieren sie ihren Boden und damit ihre Lebensgrundlage an die Wucherer», so Gion Cabalzar. Dies will das Fastenopfer verhindern.
In Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen hilft das Fastenopfer den Bewohnerinnen und Bewohnern eines Dorfes, sich in Spargruppen zusammen zu schliessen und eigene Reisbanken zu gründen. «Wenn die Bauern nach der Ernte Reis auf die Seite legen, können sie später im Notfall darauf zurückgreifen», erklärt Lothar Seethaler, Programmverantwortlicher beim Fastenopfer. Davon profitiert das ganze Dorf. So können die Madagassinnen und Madagassen aus eigener Kraft der Verschuldung entfliehen.
Meistens ist die Eröffnung einer Reisbank die erste gemeinsame Aktion von Dorfbewohnern. Darauf können sie aufbauen, zum Beispiel für eine bessere Gesundheitsversorgung kämpfen oder sich gegen korrupte Beamte wehren, die oft mit den marodierenden Banden von Viehdieben unter einer Decke stecken. Die Gruppen sollen befähigt werden, ihre Probleme selber anzupacken («empowerment»).
In nur sieben Jahren hat das Fastenopfer auf Madagaskar beim Aufbau von rund 4000 Reisbanken mitgeholfen und so zur Existenzsicherung von rund 45‘000 Familien beigetragen.
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