Mittwoch, 27. Februar 2008

Wie wahr, nicht wahr?


„Nein, es sind rätselvolle Tatsachen, die Frauen ... so wenig neu es ist, so wenig kann man ablassen, davorzustehen und zu staunen. Da ist ein wunderbares Geschöpf, eine Sylphe, ein Duftgebild, ein Märchentraum von einem Wesen. Was tut sie? Sie geht hin und ergibt sich einem Jahrmarktsherkules oder Schlächterburschen. Sie kommt an seinem Arme daher, lehnt vielleicht sogar ihren Kopf an seine Schulter und blickt dabei verschlagen lächelnd um sich her, als wollte sie sagen: Ja, nun zerbrecht euch die Köpfe über diese Erscheinung! – Und wir zerbrechen sie uns.“


Sagt Herr Spinell in Thomas Manns "Tristan" zu der Frau Gattin Klöterjahn.

Sonntag, 24. Februar 2008


Luxushotels in Luzern

Buchtipp


Wie findet man im unübersichtlichen Dschungel der Literatur gute Bücher? Genau durch Empfehlungen.

Dass Dürrenmatt gute Bücher schreibt, ist ja wohl kein Geheimnis, aber mit "Grieche sucht Griechin" ist ihm ein besonderes Werk gelungen. Man taucht von Anfang an ein in die skurrile Welt des Unterbuchhalters Archilochos, dessen vorerst völlig normales und eintöniges Leben mit dem Kontaktinserat in einer Zeitung "Grieche sucht Griechin", eine überraschende Wendung nimmt, als sich überraschenderweise tatsächlich ein hübsches, graziöses Mädchen darauf meldet.. Man wähnt sich in einer surrealen Traumwelt in der alles extrem ist: Ein unglaublicher Aufstieg, üble Firmenstrukturen, moralische Weltgebilde, Veganer, Buchhalter über Buchhalter. Archilochos Karriere geht vom Buchhalter der Geburtszangenverkäufe im Kanton Appenzell und Glarus, bis hin zum Generaldirektor der Atombombenabteilung und zum Weltkirchenrat. Mein Favorit von Dürrenmatt ist aber trotzdem noch "die Panne".

Übel


Die ethische Grenze seines Handelns setzt sich jeder selber. „Es ist halt so“, lautet häufig der Tenor. „Die Wirtschaft, der Chef, die Firma verlangt es so“. Genau das ist Grundstein vieler Übeln. Jeder einzelne trägt Verantwortung für sein Handeln, auch wenn es im Auftrag für andere ist. Es ist nicht einfach so. Es ist nur so im Moment des Handelns. Und das tut jeder für sich alleine. Prozesse und Strukturen sind nicht, sie reproduzieren, erneuern sich selber in jedem Moment, jeder Sekunde aufs neue.
(Zitat Wyss oder so;-)

Freitag, 1. Februar 2008

Von Zufällen und Schmetterlingen


Was Zufall, was Schicksal ist, ist eine Frage die kein Mensch je beantworten wird können. Trotzdem frage ich; ist das Leben wie ein fallendes Blatt im Herbst, richtungslos unausweichlich dem Boden und verdorren entgegen, ausgeliefert allen Windstössen und fixen Gegebenheiten wie Ästen, Dornen, Moos oder Aufwinden? Dem Schmetterlingseffekt zu Folge, können kleinste Einflüsse komplexe Systeme, wie auch der Mensch eins ist, sich komplett anders entwickeln lassen, eben ein Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas könne einen Taifun im fernen China auslösen. Der Schmetterlingseffekt ist Teil der Chaostheorie, wonach die Dynamik eines Systems aufgrund der Abhängikeiten und Einflüsse so vieler Faktoren nicht oder nur sehr bedingt vorausberechenbar ist. Die Frage ist, kann eine unbedachte alltägliche Handlung, ein Lächeln, ein Stirnrunzeln, ein Leben komplett aus der Bahn bringen oder besser ist, es überhaupt möglich, dass bewusste Handlungen die gewollte überschaubare Wirkung haben. Sind Systeme Spielball der Umwelteinflüsse und nur sehr bedingt beeinflussbar? Durch die innere Einstellung und durch Wille verändert sich die äussere Ausstrahlung und dies allein hat grossen Einfluss auf die Umwelt. Hermann Hesse meint im "Steppenwolf", dass der unbedingte Wille vereint mit unbewusstem hartem Bedürfniss die Umwelt so beeinflussen kann, dass man schlussendlich zum Ziel gelangt.. bzw das kriegt, was man will. Auf was ich hinaus will: Es gibt zuhauf Ereignisse die mit Zufall schier nicht zu erklären sind. Vor allem dann, wenn man es besonders nötig hat. In Notlagen findet sich so meist ein Weg. Wenn man denn nur muss und will.

Freitag, 25. Januar 2008

Auszug aus Leuenbergers Blog

Und zu all dem braucht es auch die Zeit, um neue Ideen zu entwickeln, Vorschläge aufzunehmen, zu erfahren, was in der Welt läuft, zu sehen und zu hören. Ja, dazu gehört auch, einen Film anzuschauen, ein Theater zu besuchen, ein Buch zu lesen, ja, auch mal über den Markt zu bummeln und einzukaufen. Ja, ich reklamiere dies als einen Teil bundesrätlicher Arbeit, weil politische Entscheide nicht von Eunuchen im Elfenbeinturm getroffen werden sollten.
Moritz Leuenberger